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Lea Grundig

geb. 1906 Dresden
gest. 1977 am Mittelmeer

Als erfolgreiche Künstlerin und einflussreiche Kulturpolitikerin bestimmte Lea Grundig das Kunstgeschehen der DDR entscheidend mit. Im Gegensatz zu Fritz Cremer beispielsweise, der sich für einen kritischen und offenen Umgang mit der westlichen Kunst einsetzte, war Lea Grundig als Funktionärin dazu verpflichtet, die von der Parteispitze vorgegebene Kunstpolitik durchzusetzen. Nach ihrem Rücktritt als Präsidentin des Verbands Bildender Künstler 1970 erfuhr sie jedoch von Seiten der DDR-Führung keinerlei Beachtung mehr. Täter oder Opfer -- die Beurteilung ihres Lebenswerkes ist bis heute ambivalent.

1922-26 studierte Lea Grundig in Dresden, bevor sie 1928 Hans Grundig heiratete, ebenfalls Maler und Grafiker. 1928 wurde sie Mitglied der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (genannt "Asso"), die 1933 aufgrund ihrer engen Verbindung zur KPD zerschlagen wurde. 1940 emigrierte Lea Grundig nach Palästina, kehrte 1948 dann über Prag nach Dresden zurück.

Von 1949-67 war Lea Grundig Professorin für Grafik und Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. In den Folgejahren erlangte sie Zugang zu weiteren einflussreichen Posten, wie zum sächsischen Landtag 1950-52, zum Präsidium des Verbands Bildender Künstler Deutschlands 1964-70 und zum Zentralkomitee der SED 1967.