Karl-Hermann Roehricht
geb. 1928 Leipziglebt in Deutschland
"Er ist ein Mensch, der unter der Teilung Deutschlands besonders gelitten hat, weil er sich dauernd gezwungen sah, die Seiten zu wechseln, ohne jeweils ein willkommener Gast zu sein." sagte Gerhardt Wolf über seinen Freund Karl-Hermann Roehricht.
Trotz der Einsprüche seiner Eltern entschloss sich Karl-Hermann Roehricht früh für die Malerei. Mitte der 1950er Jahre studierte er an der Hochschule für bildende Kunst in West-Berlin, darauf ein Jahr an der Akademie der schönen Künste zu Palermo. Es folgten Studienreisen durch Frankreich und Italien.
Weil der figurative Realismus seiner Bilder in Westdeutschland keinen Anklang fand, siedelte Roehricht 1960 nach Leipzig um, wenig später nach Erkner bei Berlin. Es begann eine produktive Schaffensperiode. Das weite Land der Uckermark stand Modell für etliche seiner Landschaftsgemälde, auf denen die Menschen nie fehlen. Besonders die niederländischen Maler inspirierten ihn. Sie, so sagt er, fassten wie er Landschaft und Mensch als eine Einheit auf und schöpften als erste in der Kunstgeschichte ihre Themen konsequent aus dem Leben des einfachen Volkes.
Roehricht wurde in den 1970er Jahren vergeblich von der Stasi beworben und in der Folge bespitzelt und schikaniert. 1984 verließ die Familie die DDR.

